Linz AG: 10 Jahre Smallworld Druckbutton anzeigen?

1995 konnte GRINTEC gemeinsam mit Smallworld die Entscheidung der Linz AG für Smallworld GIS feiern. Was hat sich dazwischen alles getan? Damals basierte die Entscheidung auf Smallworld GIS in der Version 2.1 – von Internet und mobilem GIS noch keine Spur. Und doch, wie wir in anderen Projekten wieder erfahren haben, liegen die Entscheidungen für Smallworld GIS nach wie vor in der strategischen Ausrichtung auf Ver- und Entsorgungsunternehmen und deren Prozesse.

Interview

Wir sprachen mit Herrn Rudolf Durstberger, der als Leiter der technischen IT der Linz AG schon damals für die Smallworld-GIS-Entscheidung verantwortlich war, über seine Projekterfahrungen.

GRINTEC: Die Linz AG hat sich vor zehn Jahren für Smallworld entschieden – was waren damals eigentlich die maßgeblichen Gründe dafür?

R. Durstberger: Die wesentlichen Gründe für die Smallworld-Entscheidung vor zehn Jahren waren die Flexibilität des Smallworld-Systems auf Grund des objekt-orientierten Programmaufbaus, die Offenheit des Systems und damit die Möglichkeit, das Netzinformationssystem in die bestehende bzw. aufzubauende IT-Welt zu integrieren. Zielsetzung des NIS-Projektes war und ist die Herstellung einer Basis für die Unterstützung der Life-Cycle-Geschäftsprozesse von Netzbetreibern, d.h. die Planung, den Netzausbau, den Betrieb und die Instandhaltung der Versorgungsnetze. Die Unterstützung dieser Geschäftsprozesse erfordert die Vernetzung und den Datenaustausch verschiedener IT-Systeme mit dem NIS und einen systemübergreifenden Workflow.

GRINTEC: Mit dem GIS haben Sie und Ihre Mitarbeiter in den letzten zehn Jahren ein zentrales IT-System aufgebaut. Was hat sich dadurch für Ihr Unternehmen am meisten geändert? Wie hat das die Prozessabläufe beeinflusst?

R. Durstberger: Das zentrale Netzinformationssystem hat im ersten Schritt die in verschiedenen Dateien und Applikationen  verstreuten  Betriebsmitteldaten für alle Bedarfsträger zur Verfügung gestellt und sie in der Folge für verschiedene prozessorientierte Applikationen zugänglich gemacht. Im nächsten Schritt wurde die Netzausbauplanung implementiert, die geplanten Projekte zentral präsentiert und der Planungsprozess optimiert. Die Unterstützung der Projektabwicklung von Bauprojekten und von Instandhaltungsprojekten durch die Integration des NIS mit dem Work Management und SAP hat das Plotten von Plänen in den internen, wertschöpfenden Prozessen endgültig obsolet gemacht und bringt alle notwendigen technischen und kaufmännischen Daten auf die PC-Arbeitsplätze. Die digitale  Plandarstellung ist direkt in den Prozess eingebunden und geht damit weit über eine reine Auskunftslösung hinaus.

GRINTEC: Was waren für Sie rückblickend die größten Herausforderungen im NIS-Projekt?

R. Durstberger: Die größten Herausforderungen in unserem NIS-Projekt waren die Daten- und Funktionenanalyse und Implementierung der Betriebsmittel-Datenbank als Basis für eine Abbildung aller für die Geschäftprozesse relevanten Anlagendaten des Netzes und deren Visualisierung als zustands- bzw. statusabhängige Objekte im Smallword-System. Die Offenheit und Flexibilität des Smallworld-Systems hat dafür eine ausgezeichnete Basis abgegeben und außerdem die Integration mit transaktionsorientierten Systemen ermöglicht.

GRINTEC: Wagen wir eine Prognose: Welche Schwerpunkte und Anforderungen an das GIS sehen Sie in den nächsten zehn Jahren?

R. Durstberger: Derzeit werden die Geschäftsprozesse trotz der Integration verschiedener IT-Systeme zerstückelt in verschiedene Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen, deren Bearbeitung teilweise mehrere IT-Applikationen mit unterschiedlichen Benutzeroberflächen erfordern. Mit einer Implementierung einer service-orientierten Architektur wird die Zerstückelung in Aufgabenbereiche in Richtung Prozessorientierung zu überwinden sein und mit den neuen Portallösungen sind die unterschiedlichen Benutzeroberflächen abzulösen. Nach der Konsolidierung mit Smallworld 4 ist daher die nächste Herausforderung die Implementierung einer service-orientierten, browser-basierten und in die Portaltechnik eingebundenen NIS-Funktionalität.

GRINTEC: Und wenn Sie sich jetzt noch etwas wünschen dürften - was wäre das im Hinblick auf Smallworld GIS?

R. Durstberger: Ich würde mir die Erweiterung der Betriebsmittel-Datenobjekte in Richtung einer objekt-orientierten Betriebsmittel-Datenbank wünschen, die die Anforderungen des Asset Managements bereits berücksichtigt. Eine solche Be-riebsmittel-Datenbank, wie wir sie auch in unserem Unternehmen für den Strombereich weitgehend implementiert haben, würde die Objektstruktur der Grafik optimal ergänzen und die beste Basis für die service-orientierte Architektur darstellen.

Wir danken Herrn Durstberger recht herzlich für das Interview und wünschen der Linz AG alles Gute für die nächsten 10 Jahre mit Smallworld GIS und GRINTEC!

 

Linz AG - Logo

Linz AG

Linz AG ist ein Multi-Utility-Konzern mit Marktgebiet in der Stadt Linz und im Osten von Oberösterreich. Das Unternehmen ist den Bereichen Strom-, Gas-, Wärme- und Wasserversorgung und Abwasser- und Abfallentsorgung tätig. Weitere Geschäftsaktivitäten betreffen Nahverkehr, Hafen, Bestattung und Bäder der Stadt Linz.

www.linzag.at